Aktuelle Informationen
Was hat die genveränderte Maissorte MON810 mit dem Tagfalter-Monitoring Deutschland zu tun? "Nichts!", hätten wir noch vor drei Monaten geantwortet. Nun sieht die Situation jedoch anders aus. Ein kurzer Rückblick: Um den Anbau der genveränderten Maissorte MON810 in Deutschland fortsetzen zu dürfen, wurde der Herstellerfirma Monsanto vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Auflage erteilt, im Jahr 2008 ein geeignetes Biodiversitäts-Monitoring durchzuführen. In einer Presseerklärung des BVL vom 6. Dezember 2007 (http://idw-online.de/pages/de/news239168) wird mitgeteilt, dass Monsanto diese Auflage nun erfüllt habe. Der Monitoring-Plan des Genmais-Herstellers und einige Dokumente der dazugehörigen Korrespondenz wurden in einem 160 Seiten starken Dokument vom BVL ins Internet gestellt, das unter einem weiterführenden Link eingesehen werden kann: (http://www.bvl.bund.de/cln_003/DE/08__PresseInfothek/00__doks__downloads/Monitoringplan,templateId=raw,property=publicationFile.pdf /Monitoringplan.pdf) . Auf Seite 160 findet sich (aus dem Englischen übersetzt) folgendes Zitat: "fünf deutsche Monitoring-Netzwerke werden in Monsantos Monitoringplan mit einbezogen werden". Genannt wird u.a. das Tagfalter-Monitoring Deutschland (TMD), das vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ seit 2005 koordiniert wird. Diese Aussage hat uns sehr verwundert, denn tatsächlich gab es bisher keinerlei Kontakt zwischen Monsanto und der Projektkoordination. Wir sind überzeugt, dass die Daten des bestehenden Tagfalter-Monitorings keinerlei Rückschlüsse auf die Auswirkungen von genverändertem Mais zulassen. Anfang Februar haben wir in einem Brief an das Bundesamt als Genehmigungsbehörde darum gebeten, uns zu erläutern, wie es zu der Einschätzung kommt, dass die Ergebnisse des Tagfalter-Monitorings in diesem Zusammenhang geeignet wären. Bislang haben wir noch keine Antwort erhalten. Wir möchten verhindern, dass Daten, die von ehrenamtlichen Naturfreunden gesammelt werden, um u.a. zum Erhalt der Natur beizutragen, zweckentfremdet werden - bis hin zu einem Freibrief für den Anbau von genverändertem Mais in Deutschland. Wir machen den Vorgang mit dieser Stellungnahme sowie weiteren Presseaktionen publik und behalten uns auch rechtliche Schritte gegen die Vereinnahmung und Zweckentfremdung unseres gemeinsamen Projektes vor! PD Dr. Josef Settele, Dr. Reinart Feldmann und Elisabeth Kühn Sie haben noch Fragen? Rufen Sie uns einfach an unter 0345-5585263 oder schreiben Sie uns eine Email tagfalter-monitoring@ufz.de |